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Wetzlar – eine Stadt zum Verlieben

Man muss was für seine Bildung tun. Was gibt es da besseres, als Deutschlands schöne kleine Städte anzureisen?

Ich bin also letztes Wochenende nach Wetzlar gefahren, um sie kennen zu lernen. Dabei muss ein Schutzengel auf mich aufgepasst haben, denn auf dem Weg dorthin hätte ich fast zwei Unfälle gehabt. Einmal, noch in der Heimat, ist mir im Kreisverkehr beinahe einer reingefahren, weil er wohl nicht begriffen hat, dass "kein Blinker" = "ich fahre weiter" bedeutet.

Brenzliger war es dann auf der Autobahn, als ich nicht beachtet habe, dass "kein Schulterblick" = "schneller Tod" bedeutet. Ich wäre um ein Haar in jemanden reingeknallt! Habe es aber zum Glück noch im letzten Augenblick gesehen. Ja, da wollte wirklich eine höhere Macht, dass ich heil in Wetzlar ankomme. Und dieser möchte ich hier danken, denn es hat sich wirklich gelohnt.

Wetzlar ist eine kleine romantische Stadt am Rande Hessens. Die Stadt hat einen verhältnismäßig winzigen Dom, der eigentlich gar kein echter Dom ist, der mehr oder weniger das Stadtzentrum bildet. Von hier aus gibt es viele Wege, die man nehmen kann, um die wunderschöne Altstadt kennen zu lernen.

Zuerst war aber einchecken im Hotel angesagt. Abends sollte es nämlich noch ein Konzert von einem Jazz/Rock Musiker Namens Hank Shizzoe geben, das mich interessiert hatte. Bei der Führung durch das Hotel kam uns ein mit Lederhosen bekleideter junger Mann entgegen. Dies hätte mir einen Hinweis darauf geben sollen, dass ich auch so nicht viel Schlaf bekommen würde. Aber ich nehme zu viel vorweg.

Erster Stopp war das wunderschöne Rosengärtchen. Um diese Jahreszeit blühen nicht soo viele Rosen, aber es waren genug zu sehen, um zu erkennen, wie es im Sommer sein muss. Ein paar alte Grabsteine runden das romantische Ambiente ab.

Am Ufer kann man schön alte Brücken und eine vielseitige Flora und Fauna bewundern. Zu letzteren zählen auch diverse Wasservögel und eine Bisam-Ratte, die wir Karl-Heinz getauft haben.

Überhaupt sind rund um Wetzlar verteilt eine Menge Parkanlagen. Ich hätte gerne noch ein paar Fotos von ihnen geschossen aber ich war zu überwältigt von der Schönheit, die wirklich atemberaubend war.

Nächster Halt, Altstadt. Man findet hier zwar den einen oder anderen Saftladen, aber die alte Architektur verleiht der Stadt einen ganz besonderen Charme. Man merkt auch, dass die Bewohner viel Wert auf eine schöne Atmosphäre legen. In fast jedem Schaufenster kann man schöne kunstvolle Bilder bewundern. Egal, ob Modehaus, Spielzeugladen oder Piercingstudio.

Die meisten Restaurants sind allerdings recht teuer. Aber am Eisenmarkt konnten wir ein nettes kleines günstiges Lokal finden, das gute deutsche Küche, Pizza, Hamburger und Hot Dogs im Angebot hat. Die Pizza ist zum Beispiel nicht teurer als 4€, was aber vielleicht auch daran liegen könnte, dass sie aus dem Kühlfach des nächsten Supermarktes stammt…
Aber den Bauerntopf und auch die Hot Dogs kann ich sehr empfehlen. Und der Hackbraten wurde nur disqualifiziert, weil er nicht "wie bei Mutti" schmeckte.

Der Abend rückte näher, aber irgendwie hatte die Faulheit über die Musikbegeisterung gesiegt. Ich wusste nicht, wo das Konzert stattfinden sollte und hatte keine Lust den Ort abzusuchen. Ich hatte nämlich vergessen mir aufzuschreiben, wo genau das war. Und das Hotel hatte wider Erwarten keinen Internetanschluss.

Zum Glück hatte ich Jeannie und "Night of the Living Dead" mitgenommen. Damit hätte es sicher noch ein gemütlicher Abend werden können, wenn nicht zwei Dinge im Argen gelegen hätten. Einerseits hatte ich zwar Jeannies Netzteil dabei, aber ich hatte das dazugehörige Stromkabel vergessen. Ich hatte sie schon ein paar Stunden laufen gehabt und der Akku reichte so gerade noch für den Film.

Dann hatte ich nicht den Mann in Lederhosen bedacht.

Diese blöde Wirtin hätte mir vielleicht mal am Telefon sagen können, dass an dem Abend eine Party bei denen gefeiert werden würde. Und nein, Blasmusik und Weißbier sind für mich kein Grund mich den Zelebrationen anzuschließen. Ganz im Gegenteil. Wegen dem Krach musste ich die Laptop-Lautsprecher voll aufdrehen, wodurch die nicht optimale Qualität des Sounds noch weiter degradiert wurde. So konnte man sich den Film nicht ansehen.

Aber im Fernsehen sollte ja noch "The Ring" kommen. Und der Fernseher ließ sich eigentlich laut genug drehen, um die Bayern etwas auszublenden. Aber ausgerechnet Pro7, wo der Film laufen sollte, empfingen die in dem Hotel nicht. Ansonsten lief, wie so üblich, nur Scheiße.

Naja, das Ergebnis war dann, dass ich am nächsten Morgen verschlafen um 10 Uhr aufstand und beim nächsten Café belegte Brötchen, Kaffee, und für mich einen Tee, holte. Es hat zwar am Ende genau so viel gekostet, wie das Frühstücksangebot des Hotels, aber so gab es dann wenigstens Frühstück im Bett. 😀

Trotz der kleinen Pannen kann ich jedem nur empfehlen dieser Stadt mal einen Besuch abzustatten. Besonders, wenn ihr einen geliebten Menschen dabei habt, wird euch die Atmosphäre der Parks und Altstadt sicher beflügeln.

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